Proktologie - die Lehre von den Enddarmerkrankungen

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Um eine sichere Diagnose stellen zu können, muss der Koloproktologe ihren Enddarm und eventuell den gesamten Dickdarm untersuchen. Diese Untersuchungen sind ungewohnt und vielleicht etwas unangenehm. Sie sind aber ungefährlich und meist schmerzlos – wenn sie von einem Spezialisten durchgeführt werden.

Die Austastung (Palpation) mit dem Finger ist sehr wichtig und nicht belastend. Diese Untersuchung gibt bereits ein hohes Maß an Informationen, um die Art und das Ausmaß einer Erkrankung einschätzen zu können. So lassen sich z.B. Afterrisse, Analvenenthrombosen, Abszesse und vor allem Neubildungen feststellen. Bei der Schließmuskelschwäche ist für den Spezialisten die Palpation besonders aufschlussreich.

Bei der Afterspiegelung (Proktoskopie) wird der Afterkanal (ca. 5 cm) mit einem kurzen Instrument betrachtet, hierdurch kann man erkennen, ob vergrößerte Hämorrhoiden vorliegen und in welchem Stadium sie sind. Mit dem untersuchenden Finger ist dies nicht möglich, denn Hämorrhoiden sind nicht tastbar. 

Die Enddarmspiegelung (Rektoskopie) gewährt Einsicht in den unteren Teil des Dickdarms. Mit ihr können Entzündungen, Polypen oder auch Krebs erkannt werden. 

Die Darmspiegelung (Koloskopie) wird mit einem flexiblen Instrument ambulant durchgeführt. Mit ihr kann der gesamte Dickdarm und, wenn erforderlich, auch das Ende des Dünndarms eingesehen werden. Bei allen diesen Untersuchungen kann bei Bedarf eine Biopsie (Probe) für die feingewebliche Untersuchung entnommen werden.